Smart arbeiten in Winterthur: Grobkonzept Green IT


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  • 1. September 2016

Projektdauer: 2016

Überblick

Die Digitalisierung führt in der öffentlichen Verwaltung zu neuen Anforderungen an die entsprechende Infrastruktur. Die Energieeffizienz neuer Geräte hat sich in den letzten Jahren stetig verbessert. Diese Effizienzgewinne gilt es zu nutzen. Darüber hinaus soll auch die graue Energie über den gesamten Lebenszyklus von Geräten reduziert werden. Das Grobkonzept Green IT zeigt auf, dass die grössten Potenziale zur Reduktion des Energieverbrauchs über den Lebenszyklus bei der grauen Energie bestehen, die für die Produktion der Geräte aufgewendet wird. Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs setzen deshalb bei der Nutzungsdauer und bei der Anzahl der eingesetzten Geräte an. Diese Aspekte können durch entsprechende Kriterien und Vorgaben bei der Beschaffung von IKT-Geräten beeinflusst werden.

greenit

Ziel

Das Grobkonzept Green IT zeigt auf, wo die grössten Potenziale sind, damit die Stadt Winterthur ihren Stromverbrauch bei IKT-Produkten und -Dienstleistungen reduzieren kann. Weiter soll auch die graue Energie über den gesamten Lebenszyklus von in der Stadtverwaltung genutzten IKT-Produkten und -Dienstleistungen reduziert werden.

Vorgehen

Das Grobkonzept wurde in den folgenden Schritten erarbeitet:

  1. Grobanalyse Verbrauch und Reduktionspotenziale, Identifikation der grössten Potenziale zur Senkung des Energieverbrauchs über den ganzen Lebenszyklus (inkl. graue Energie)
  2. Auslegeordnung zu bestehenden Leitlinien und Empfehlungen aus fachlicher Sicht (Stand der Technik, Arbeitsplatz der Zukunft, Praxiserfahrungen) sowie zu internen Vorgaben
  3. Ausarbeitung Massnahmenvorschläge für Anwendungen mit den grössten Effizienzpotenzialen (technische und organisatorische Massnahmen)
  4. Grobbeurteilung sowie Priorisierung der Massnahmen
  5. Umsetzungsplanung für priorisierte Massnahmen
  6. Dokumentation der Ergebnisse, interne und externe Kommunikation

 

Ergebnis und Folgerung

Die Analyse zeigt, dass der Produktionsprozess einen wesentlich grösseren Anteil des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht als der Transport und die Nutzung der Geräte. Je länger elektronische Geräte genutzt werden, desto mehr graue Energie kann eingespart werden. Werden Geräte länger genutzt, steigt allerdings das Risiko von Qualitätsproblemen und Beeinträchtigungen des stabilen Betriebs. Diese Effekte sowie damit verbundene Kosten sind bei Entscheiden zum Ersatz von Geräten ebenso zu berücksichtigen wie das energetische Einsparpotenzial. Potenziale zur Reduktion der Anzahl Geräte bestehen beim Ersatz von Doppelmonitoren durch einen grösseren Monitor und bei den Telefonen. Bei einer schrittweisen Umstellung auf Softphones können zukünftig die herkömmlichen Telefongeräten an vielen Arbeitsplätzen durch Headsets ersetzt werden. Zudem sollten wo immer sinnvoll und möglich beim nächsten Rollout 2018 die Desktop-Computer durch tragbare, energieeffizientere Notebooks und Tablet-PCs ersetzt werden.

Aufgrund der Einsparungen von Primärenergie bei einer längeren Nutzungsdauer soll der Nutzen von energieeffizienten und langlebigen Geräten bei Beschaffungsentscheiden verstärkt berücksichtigt werden. Zu berücksichtigen sind beispielsweise Garantieleistungen und die Lieferbarkeit von Ersatzteilen. Zudem sollen Green-IT-Aspekte auch beim Outsourcing von Leistungen in die Verträge einfliessen. Entsprechende Anpassungen der Beschaffungsrichtlinien werden nun in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen in die Wege geleitet.

Kontakt

Informatikdienste der Stadt Winterthur
Markus Wassmer
Workplace & Servicemanagement
Turbinenstrasse 16
8403 Winterthur

markus.wassmer@win.ch
www.informatikdienste.winterthur.ch

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